Ein Bausatz endet dort, wo die eigene Idee anfängt. Baumaterialien sind Halbzeuge: Kunststoff- und Metallprofile, Platten, Drähte und Röhrchen, Holz, Folien, Gitternetze oder feine Ketten. Die Form ist vorgegeben, das Maß bestimmen Sie selbst: gesägt, geschliffen und direkt am Bauteil angepasst.
So entsteht die Strebe im Fahrwerkschacht, die Reling auf dem Aufbau, ein fehlendes Auspuffrohr oder der Holzspant im Rumpf eines Segelmodells. Unten stehen der Wegweiser zu allen Materialgruppen und praktische Hinweise, wie Sie Querschnitt, Wandstärke und Werkstoff auf Ihren Maßstab abstimmen.
Ein Profil, eine Platte oder ein Draht kommt in einer Länge beziehungsweise in einem Format und wird erst am Basteltisch zum Bauteil. Genau das unterscheidet diese Gruppe vom Zurüstsatz: Sie kaufen keinen fertigen Hebel, sondern das Material, aus dem jeder beliebige Hebel entsteht. Für Reparaturen ist das oft der schnellste Weg, weil eine abgebrochene Strebe in zwei Minuten neu abgelängt ist.
Plastikmodelle verstehen sich mit Polystyrol und ABS, weil beide mit demselben lösungsmittelhaltigen Kleber wie der Bausatz halten. Flugmodelle und tragende Gerippe werden aus Holz gebaut, hoch belastete und gebogene Teile aus Messing oder Kupfer. Gebäude und Szenen unter dem Modell brauchen meist Strukturplatten mit Ziegel, Pflaster oder Wellblech.
Rechnen Sie jedes Maß auf das Original um. Ein Rundprofil von 1 mm ist im Maßstab 1:35 ein Rohr von 35 mm, im Maßstab 1:72 bereits eines von gut sieben Zentimetern. Für feine Arbeiten in kleinen Maßstäben greifen Sie deshalb zu den dünnsten Reihen: Takelgarn in Hundertstelmillimetern, Draht ab 0,065 mm, Kunststoffplatten ab 0,05 mm.
Polystyrol lässt sich mit der Klinge schneiden und brechen, ABS hält die Form besser und verträgt Biegen, Messing und Kupfer lassen sich formen und löten, Sperrholz und Carbon verlangen die Säge. Je härter das Material, desto wichtiger sind scharfes Werkzeug und eine vorher angerissene Linie.
Ohne saubere Schnitte bleibt jedes Halbzeug ein Rohling, deshalb lohnt der Blick auf die Schneidwerkzeuge. Wenn das Material für die Szene unter dem Modell gedacht ist, schließt sich das Zubehör für Dioramen direkt an, denn dort greifen Texturen, Wasser und Kleinarchitektur ineinander.