Maskierflüssigkeit ist flüssiger Gummi: mit Pinsel oder Stift aufgetragen, bildet sie nach dem Trocknen einen elastischen Film, der sich nach dem Lackieren einfach abziehen lässt. Eingesetzt wird sie überall dort, wo Maskierband versagt – an gewölbten Kanzeln, an Reifen, bei weich auslaufenden Fleckentarnungen und rund um kleine Details.
Ihr Vorteil ist, dass sie jede beliebige Form abbildet und auch an Stellen kommt, an die sich kein Band biegen lässt. Weiter unten finden Sie den Auftrag, die Pinselpflege und vor allem die Regel, wann der Film vom Modell herunter muss.
Maskierband ist an einer geraden Kante präzise, versagt aber an der doppelten Krümmung und in Ecken. Die Maskierflüssigkeit hält umgekehrt eine scharfe Kante schlechter, legt sich dafür aber auf jede Form. In der Praxis kombiniert man beide Verfahren: große Flächen mit Maskierband, den Rest mit Flüssigkeit.
Typische Einsätze sind Räder und Reifen, die Verglasung kleiner Fenster, Scheinwerfer, Ausschnitte um Details, die sich nicht abnehmen lassen, und vor allem weiche Fleckentarnungen. Dort tragen Sie die Flüssigkeit in der Form des Flecks auf und ziehen sie nach dem Lackieren ab – das Ergebnis ist eine saubere Begrenzung ohne Formarbeit am Band.
Aufgetragen wird in zwei bis drei dünnen Lagen, nicht in einer dicken. Eine starke Schicht trocknet lange und kann außen trocken sein, während sie innen noch feucht ist. Für genaue Kanten bewährt sich ein alter Pinsel mit kurzem Haar oder ein Stiftapplikator, der eine gleichmäßige Strichbreite hält.
Trocknet die Flüssigkeit im Haar ein, ist der Pinsel verloren. Nehmen Sie deshalb einen ausgedienten, oder tränken Sie das Haar vorher in Wasser mit einem Tropfen Seife – die Flüssigkeit haftet dann nicht so fest an. Nach der Arbeit sofort auswaschen; einen Pinsel sollten Sie dauerhaft nur fürs Maskieren abstellen.
Der Film kommt so früh wie möglich nach dem Durchtrocknen der Farbe herunter, am besten innerhalb von einem bis zwei Tagen. Je länger er auf dem Modell bleibt, desto schwerer löst er sich und desto größer ist das Risiko, dass er Farbe mitnimmt. Heben Sie den Rand mit einem Zahnstocher oder der Spitze eines Skalpells an und ziehen Sie das Stück in einem Zug ab. Kleine Reste in Spalten holen Sie mit Zahnstocher oder Klebegummi heraus.
Auf frisch aufgetragene Farbe gehört keine Maskierflüssigkeit – lassen Sie den Untergrund gründlich durchhärten. Auf empfindlichen Oberflächen und auf Decals sollte sie gar nicht verwendet werden, weil sie beim Abziehen zieht.
Wenn Sie zum ersten Mal maskieren, probieren Sie die Flüssigkeit an einem angefangenen Stück aus – so merken Sie, wie dick die Lage sein muss und wie sich der Film beim Abziehen verhält.