Oilbrushers sind Ölfarben in einer Tube, deren Verschluss einen eigenen feinen Pinsel trägt. Sie drücken einen Tropfen direkt auf das Modell, verziehen ihn und haben damit eine Laufspur, eine fettige Schliere oder eine ungleichmäßige Verschmutzung. Weil Öl sehr langsam trocknet, lässt sich die Schicht viele Minuten lang nachbearbeiten, aufhellen oder vollständig abnehmen.
Das macht sie zum nachsichtigsten Werkzeug der ganzen Alterung. Neben Erd- und Schmutztönen gibt es Metalltöne für die Tönung blanker Flächen sowie klassische Ölfarben im Kästchen. Unten steht, wie Sie damit arbeiten und welcher Untergrund darunter liegen muss.
Acryl trocknet auf dem Modell innerhalb von Minuten, eine Korrektur bedeutet Übermalen. Ölfarbe bleibt über Stunden offen. Sie können also deutlich mehr auftragen, als am Ende zu sehen sein soll, und den Überschuss schrittweise abnehmen, bis genau das Maß erreicht ist, das Sie im Kopf hatten. Für Laufspuren an einer Aufbauwand oder den fettigen Film rund um einen Motor gibt es kein dankbareres Material.
Der zweite Vorteil liegt in der Bandbreite. Mit derselben Tube erzeugen Sie eine senkrechte Rostspur, hellen eine Fläche auf, verschmutzen die Unterseite und tönen blankes Metall. Das Format mit eingebautem Pinsel nimmt zusätzlich den unangenehmsten Schritt heraus: Sie müssen das Öl nicht auf eine Palette drücken und dann einen passenden Pinsel suchen.
Öl braucht eine geschlossene Oberfläche. Darunter muss eine Schicht Lack liegen, sonst arbeitet sich der Verdünner in die Farbe. Auf mattem Untergrund greift das Öl stärker und lässt sich schwerer abnehmen, auf halbglänzendem arbeitet es sich am angenehmsten.
Der Ablauf ist immer gleich: ein kleiner Tropfen an die Stelle, von der der Schmutz ausgehen soll, dann ein trockener oder leicht angefeuchteter Pinsel und Striche in die Richtung, in die eine Flüssigkeit wirklich laufen würde. An senkrechten Flächen also nach unten, an waagerechten in Fahrt- oder Luftstromrichtung. Ziehen Sie die Farbe nicht zu einer geraden Linie aus, die Unregelmäßigkeit macht das Ergebnis glaubwürdig.
Nachbearbeitet wird mit geruchsarmem Verdünner oder Waschbenzin, immer nur mit wenig Flüssigkeit, sonst löst sich die ganze Laufspur. Lassen Sie das Modell mindestens einen Tag trocknen, bei dickeren Schichten länger; erst danach können Sie überlackieren oder Pigment aufbringen.
Wie sich diese Schicht in den gesamten Ablauf einfügt, zeigt die übergeordnete Kategorie Weathering.