Wie ein Wash funktioniert
Eine dünne Flüssigkeit hält sich auf einer glatten Fläche nicht, sie läuft in die nächste Unebenheit und bleibt dort. Diese Kapillarwirkung nutzt der Wash: Es genügt, einen Tropfen an einen Blechstoß zu setzen, und die Farbe verteilt sich über seine gesamte Länge. In der Rille trocknet sie dunkler als die umgebende Fläche, und der entstehende Schatten hebt die Gravur hervor.
Die zweite Anwendung ist flächig. Auf Figuren und in Innenräumen bleibt der Wash auch auf der Fläche stehen, um Falten und Winkel zu vertiefen, in die kein Licht fällt. Dort heißt er auch Shade- oder Schattierungswash.
Auswahl und Anwendung
Nach der Basis
Acrylwashes sind bequem und geruchsarm, lassen sich aber weniger lange abnehmen, weil sie schnell trocknen. Enamel- und Ölwashes geben ein deutlich längeres Arbeitsfenster und lassen sich mit geruchsarmem Verdünner fast restlos abnehmen, verlangen dafür aber eine zuverlässige Lackschicht darunter. Feine Paneliner sind im Grunde Washes mit dünner Spitze zum Ziehen der Linie von Hand.
Nach dem Ton
Schwarz hat den stärksten Kontrast und wirkt auf hellen Flächen oft zu hart, wie eine gezeichnete Linie. Braune, sepiafarbene und graue Töne wirken natürlicher und werden nach Untergrund kombiniert: Grau auf grauen Tarnungen, Braun auf erdigen Tönen, Rosttöne dort, wo der Schmutz aus Korrosion hervorgehen soll. Farbige Washes dienen der Tönung von Figuren und Science-Fiction-Motiven.
Technik
Die Oberfläche muss mit Lack versiegelt sein, am besten glänzend oder halbglänzend; auf mattem Untergrund zerläuft der Wash und hinterlässt Ränder. Aufgetragen wird punktuell, nicht flächig gestrichen, und der Überschuss nach dem Antrocknen in eine Richtung abgezogen, damit zugleich ein Hauch Laufspur entsteht.
Was dazu passt
- Verdünner – zum Abnehmen des Überschusses und Nachverdünnen
- Filter – wenn nach den Rillen auch der Gesamtton zusammengebunden werden soll
- Oilbrushers – für Laufspuren, die an den Linien ansetzen
- Dry Brush – das Aufhellen der Kanten als Gegenstück zum Schatten
- Spezialpinsel – feine Spitzen für das genaue Führen der Linie
- Figuren – hier macht der Schattierungswash den größten Unterschied
Für den Einstieg in die Alterung ist der Wash der richtige erste Schritt; wie die übrigen Schichten anschließen, beschreibt Weathering.