Zimmerit war die nichtmagnetische Schutzschicht deutscher Panzer des Zweiten Weltkriegs: eine zähe Masse, die auf die Panzerung aufgetragen und mit dem Kamm in Rillen oder ein Waffelmuster gezogen wurde, damit magnetische Hafthohlladungen nicht halten. Für den Modellbauer bedeutet das die kennzeichnende geriffelte Oberfläche von Tiger, Panther, StuG oder Jagdtiger der Jahre 1943 und 1944, die ein Bausatz meist nicht mitbringt.
Die Sätze dieser Kategorie bringen sie ohne langes Ritzen in Spachtelmasse auf das Modell, als Reliefplatte oder als Decal. Weiter unten lesen Sie, wie Sie die passende Variante finden.
Ab dem Spätsommer 1943 erhielten mittlere und schwere deutsche Panzer im Werk eine Schicht aus einer Masse mit Bariumsulfat, Sägemehl und einem Bindemittel auf Kunstharzbasis, die mit einem Kamm in Rillen oder Waffeln gezogen wurde. Die nichtmagnetische Schicht vergrößerte den Abstand zum Stahl so weit, dass magnetische Hohlladungen nicht mehr hielten. Im September 1944 endete der Auftrag wieder, unter anderem wegen unbegründeter Sorge um Brennbarkeit. Für den Modellbau entsteht daraus ein genau umgrenzter Zeitraum, in dem eine Maschine Zimmerit tragen muss und außerhalb dessen sie ihn nicht tragen darf.
Die Sätze sind auf die Panzerplatten bestimmter Bausätze geschnitten, bei jeder Position steht daher der Bausatz dabei. Muster und Rillenabstand folgen dem Maßstab: Rillen, die am Vorbild rund 25 mm auseinanderliegen, ergeben in 1:35 etwa 0,7 mm. In 1:72 wären es weniger als vier Zehntelmillimeter, dort greifen die meisten Bauer zur Spachtelmasse; die Maschinen dieser Größe stehen bei den Militärfahrzeug-Modellen 1:72.
Reliefplatten aus dünnem Kunststoff legen Sie auf die Panzerung und schneiden sie an den Kanten zu; sie tragen eine wirklich plastische Struktur. Decalsätze übertragen das Muster als dünne Schicht und sind schneller verlegt, verzeihen aber keine Luftblasen. Ergänzend gibt es Schürzen mit Zimmerit und ein Werkzeugset zum Auftragen.
Neben dem reinen Muster stehen Varianten mit Spuren des Gefechts, bei denen die Schicht stellenweise bis auf den Stahl abgeplatzt ist. So eine Oberfläche gibt der Alterung eine ausgezeichnete Grundlage, und die Maschine sieht aus, als habe sie die Front gesehen und nicht die Parade.
Passende Vorbilder vom Tiger bis zum Jagdpanther stehen bei den Militärfahrzeug-Modellen 1:35; feine Metallteile dazu liefern die Ätzteile für Militärfahrzeuge.