Ein U-Boot stellt beim Bau ganz andere Aufgaben als ein Überwasserschiff. Der Rumpf ist ein langer Rotationskörper, und über das Ergebnis entscheidet vor allem eines: wie genau die beiden Rumpfhälften zusammenpassen. Eine Naht, die über die volle Länge läuft, fällt auf der glatten Fläche sofort auf, und sie später zu retten bedeutet, den ganzen Rumpf noch einmal zu spachteln und zu schleifen.
Dafür gibt es deutlich weniger Aufbauten und Kleinteile als bei einem Kreuzer, der Bau kommt also zügig voran. Die eigentliche Arbeit verschiebt sich dorthin, wo man sie bei U-Booten am stärksten sieht: auf die Oberfläche. Abgeplatzter Anstrich, Bewuchs unter der Wasserlinie und Rostfahnen rund um die Luken machen aus einem grauen Rumpf ein glaubwürdiges Boot.
Maßstab 1:350 ist bei U-Booten am breitesten besetzt: knapp 17 cm bei kleinen Küstenbooten, fast 50 cm bei modernen Raketenbooten. 1:400 bleibt mit rund 10 bis 22 cm kompakter und deckt vor allem die Boote des Zweiten Weltkriegs ab. 1:700 liegt zwischen 9,5 und 24 cm, hier passt eine ganze Flottille auf ein Regalbrett. Alle drei Maßstäbe teilen Sie mit Überwasserschiffen, die Sammlung bleibt also vergleichbar.
In 1:200 messen die Rümpfe etwa 37 bis 48 cm. 1:144 spannt den weitesten Bogen: rund 12 cm bei den Tauchboot-Pionieren des 19. Jahrhunderts, über 80 cm bei modernen Atombooten. In 1:72 stehen Kleinst-U-Boote von gut 13 cm neben Hochseebooten bis etwa 1,3 m, und 1:48 bringt einen Rumpf von rund 1,4 m. Maßstab 1:35 ist die Domäne der Kleinst-U-Boote, bemannten Torpedos und einzelnen Torpedos, die größenmäßig zu Figuren und Fahrzeugen passen.
Kleben Sie die Rumpfhälften in einem Durchgang über die gesamte Länge, nicht abschnittsweise, sonst läuft die Naht auseinander. Prüfen Sie vorher, ob beide Hälften im Querschnitt wirklich deckungsgleich sind: lange Spritzteile sind häufig verzogen und müssen erst gerichtet werden. Rechnen Sie außerdem mit der Länge, ein Hochseeboot braucht Stellfläche und eine Auflage, die den Rumpf an mehreren Punkten trägt.
Für den Einstieg ist 1:350 die ruhigste Wahl: Der kurze Rumpf lässt sich ohne Drama schließen, und Sie lernen die Arbeit an der Oberfläche, bevor jeder Fehler im großen Maßstab mehrfach vergrößert erscheint.